Was geschieht mit dem Spitalhof?

Der Spitalhof im HolzschnittAltes erhalten – Zukunft gestalten“ – so oder so ähnlich könnte man das Motto für den Spitalhof umschreiben. Es ist viel geschehen, seit der letzte Besitzer des Spitalhofes, Johann Kalb, verstorben ist. Am 18. April 2008 erfolge die notarielle Beurkundung des Testaments von Herrn Kalb. Vorangegangen waren zweieinhalb Jahre intensive Gespräche, in welchen der letzte Wille des Erblassers festgelegt wurde. Johann Kalb wollte den einmaligen Besitz des Spitalhofes für die Nachwelt erhalten und vererbte sein ganzes Vermögen einer Stiftung. Letztlich verstarb Johann Kalb am 19. April 2010 viel zu früh und für alle unerwartet. Der Tod des Erblassers war die Geburtsstunde der Johann-Kalb-Stiftung. Eine gemeinnützige Stiftung mit dem Zweck des Denkmalschutzes.

Damit begann die Arbeit des Kuratoriums und des Vorstandes der Johann-Kalb-Stiftung. Zunächst wurde viel aus- und weggeräumt. Hier haben sich vor allem zwei Kuratoriumsmitglieder eingebracht. Leider sind wir immer noch nicht fertig. Viele Personen, Personen- und Interessengruppen haben den Spitalhof besichtigt und zur Ideenfindung beigetragen. Diese Personen durch den Spitalhof zu führen, war primär meine Aufgabe.

Es gab viele sehr gute, viele gute und auch einige weniger brauchbare Ideen, die in internen Sitzungen des Vorstands und des Kuratoriums zu besprechen und zu bewerten gab.

Von Anfang an haben wir uns von starken Prämissen leiten lassen:

  1. Ein überaus wichtiger Punkt für uns war und ist die Verträglichkeit und die Zumutbarkeit für die Anwohner und die unmittelbaren Nachbarn.
  2. Dem einmaligen Objekt Spitalhof und die überregionale Bedeutung dieses Denkmals muss Rechnung getragen werden.
  3. Es muss dem Willen des Erblassers entsprochen werden. Herrn Kalb waren sowohl Kinder als auch die Natur und die Umwelt wichtig.
  4. Wir müssen mit strengen finanziellen Restriktionen klarkommen.

Gerade der Fokus auf die Verträglichkeit und Zumutbarkeit für die Anwohner und Nachbarn hat etliche gute und lukrative Projektideen unberücksichtigt lassen müssen. Nicht in Frage kamen daher Gastronomie oder Projekte mit großem, überregionalem Publikumsverkehr. Daher schieden auch ein Museumsbetrieb oder Schulungseinrichtungen von Umwelt- oder Jugendverbänden aus.

Nach vielen, vielen Gesprächen und Terminen kristallisierte sich Ende 2012 die Nutzung als Kindertagesstätte und Kindergarten heraus. Anfang 2013 haben zwei Betreibergruppen jeweils ihr Konzept dem gesamten Stiftungsvorstand und dem Kuratorium vorgestellt. Nach weiteren intensiven internen Beratungen fiel die Entscheidung auf einen freien Träger und ein Architektenteam.

Träger der Kita wird die gemeinnützige Novum Sozial GmbH sein. Der Architekturauftrag wurde an das TOPOS team Hochbau-, Stadt- und Landschaftsplanung GmbH vergeben. Beide haben weitreichende Erfahrungen und hervorragende Referenzen. Und über die zwischenzeitliche enge und intensive Zusammenarbeit kann nur das Beste berichtet werden.

Ganz bewusst haben sich die Gremien der Johann-Kalb-Stiftung mehrheitlich für diesen Träger und diese Architekten ausgesprochen. Zum einen ist der Träger weltanschaulich, religiös und parteipolitisch neutral. Und zum anderen handelt es sich um einen ausschließlich regional tätigen Träger. Die Zusage, ausschließlich Kinder aus dem Sprengel zu akquirieren, gab schließlich den Ausschlag. Natürlich war auch die Referenzliste und die Erfahrungen der Architekten mit gleichartigen denkmalgeschützten Projekten ein Entscheidungskriterium.

Mittlerweile wurden die ersten Planentwürfe mit dem Jugendamt abgestimmt. Nachdem das Projekt als solches abgeklärt war und die Baukostenschätzung vorlag, haben die Stiftungsorgane am 23. November 2013 die engsten Anwohner und Nachbarn über das Projekt informiert. Toll war, dass sich hieraus einige recht interessante Diskussionen ergaben. Hierfür und für das Verständnis der Nachbarn möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken.

Die Abstimmung mit dem Denkmalschutz läuft ebenfalls. Zunächst wurden der Stiftung einige Vorarbeiten auferlegt, wie z. B. die bauhistorische Untersuchungen, die Statik und das verformungsgerechte Aufmaß. Diese Arbeiten werden derzeit ausgeführt.

Als – zugegeben – recht engagierten Termin, haben wir den Schulanfang 2015 vorgegeben.

Ein pädagogisches Konzept wurde ebenfalls schon skizziert. Aufgrund des einmaligen Ensembles und der weitläufigen Freiflächen zwingen sich die Umweltpädagogik und ein gelebter Geschichtsunterricht geradezu auf. Ich bin schon gespannt, wie wir unsere Vorstellungen umsetzen können. Ideen gibt es jedenfalls sehr viele. Eine Sache ist leider noch nicht geklärt. Die Stiftung ist im Besitz vieler alter Gerätschaften.

Leider haben wir bisher noch kein Museum finden können, das uns einige gut erhaltene Exponate, z. B. eine Dreschmaschine aus den 20iger Jahren, abnähme. Um es vorwegzunehmen: Bad Windsheim ist überfüllt und nimmt nichts mehr an, wie jedes andere Heimatmuseum leider auch.

Nachfolgend stelle ich einige Planentwürfe vor. So oder so ähnlich könnte der Spitalhof am Ende aussehen. Der filigrane Glasvorbau wurde uns als Mehrzweckraum vom Jugendamt vorgegeben. Der Denkmalschutz hat allerdings signalisiert, dass es etwas viel Glas ist. Wir werden den Hinweis gerne beherzigen, indem Stein oder
Holz mit verarbeitet wird.

Wichtig für alle Beteiligten ist, den Charakter des Spitalhofes weitgehend unverändert zu lassen.

Spitalhof Planung

Um die Nachbarn so wenig wie möglich zu belästigen, wird der Zugang zu der Kita über die Gervinusstraße erfolgen. Die Parkplätze für die Mitarbeiter und Zubringer werden auf dem Grundstück des Spitalhofes angesiedelt. Sicherlich, das ist eine „Verschwendung“ des schönen Grundstückes. Wir, die Gremien der Stiftung, wollten weitgehend alles von öffentlichen Verkehrsflächen fernhalten, um die Anlieger so wenig wie nur irgendwie möglich zu beeinträchtigen.

Der Planentwurf zeigt unsere vorläufige Vorstellung, wie die Außenflächen gestaltet werden könnten. Die Matschspielecke wird aber zentraler ins Grundstück gesetzt werden.

Eine weitere gute Nachricht darf ich auch schon verkünden. Der Bürgerverein Jobst-Erlenstegen wird in den neugestalteten Räumen des Spitalhofes seinen neuen Vereinssitz haben. Gleich neben der Johann-Kalb-Stiftung, die dort ebenfalls ihren Sitz haben muss.

Wir von der Kalb-Stiftung freuen uns jedenfalls auf die Kita, auch wenn bis dahin noch jede Menge Arbeit auf uns wartet.

Spitalhof Planung im  Januar 2014

Anmerkung des BV Jobst-Erlenstegen e.V.:
Der Vorstand unterstützt die wichtige und wertvolle Arbeit des Kuratoriums und Vorstandes der Johann-Kalb-Stiftung und wünscht eine erfreuliche, zügige und möglichst problemlose Bauzeit.

von Winhard M. Uteschil

Category : Aktuelles

Ein Kommentar → “Was geschieht mit dem Spitalhof?”


  1. Esma
    3 Jahrs her

    So excited I found this article as it made things much qukcier!


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